Am 17.01.2008 startete in Potsdam die Ökofilmtour
Lesen Sie hier alles über drei aufregende Monate Umweltkino
Es gibt sie noch die professionellen Filmenthusiasten, die mit schwerer
Kameratechnik durch Umwelt und Natur ziehen, um zu zeigen, welche
sensiblen Schönheiten, echten Geheimnisse, aber auch ultimativen
Bedrohungen für die Zukunft dort darzustellen sind. Weil Umwelt- und
Naturfilme keine Lobby hatten, wurde 1984 das Internationale
Filmfestival ÖKOMEDIA gegründet. Wegen ausbleibender Fördermittel
endete dieses Podium 2005.
Mit der ökofilmtour setzte der Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit
im Natur und Umweltschutz (FÖN) e.V. 2006 die lange Tradition des
Freiburger ÖKOMEDIA-Festivals in Brandenburg fort. So wurde in 25
Brandenburger Städten und Dörfern jeder größere Raum zum Festival-Kino.
2007 kamen über 6.000 Zuschauer an 38 Festivalorten.
Mehr als 40 Festivalorte sind 2008 über das Land
Brandenburg verteilt. Morgens und nachmittags wird es Aufführungen für
Kinder und Jugendliche geben, abends zwei bis drei Filme und die
Begegnungen mit Filmemachern, Medienfachleuten, Regionalpolitikern,
Pädagogen, Wissenschaftlern sowie einem Publikum von umweltengagierten
Zuschauern und solchen, die es vielleicht werden.
Preise wurden 2007 in folgenden Kategorien vergeben:
- Beste künstlerische Leistung: "We Feed the World – Essen global"
- Beste journalistische Leistung: "Kippt das Klima?"
- Bester Naturfilm: "Nacktmulle. Afrikas wilde Wichte"
- Bester Kinder- und Jugendfilm: "Hallo Natur"
- Zuschauerpreis: "Die Reise der Störche" und "Und keiner weiss warum"
Quelle: http://kulturportal.maerkischeallgemeine.de
Wir haben für Sie aus den 50 Spielorten all jene herausgesucht, die im Stechlin Ruppiner Land stattfinden. Den gesamten Kalender für die Festivaltournee 2008 finden Sie unter www.ökofilmtour.de
Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
|
|
Festivalort
|
|
|
Termin
|
Ort
|
Adresse
|
Programm
|
|
25.01.2008
|
Gransee
|
Erwin-Strittmatter-Gymnasium
Oranienburger
Str. 30A
16775
Gransee
|
10.30
Uhr
Kluge
Vögel - Die Werkzeugmacher
Gespräch
mit NN.
|
|
05.02.2008
06.02.2008
|
Templin
|
Multikulturelles
Centrum Prenzlauer Alle 6
16268
Templin
|
05.02.2008,
19.30 Uhr
Das
Märchen vom gerechten Staat - Wie er uns mit Subventionen
schmiert
Bahn
unterm Hammer
Gespräch
mit Dr. Winfried Wolf (Verkehrsexperte)
|
|
06.02.2008
07.02.2008
|
Lychen
|
Pannwitz-Grundschule
Pannwitzallee
1
17279
Lychen
|
06.02.2008,
15.30 Uhr
Stürme,
Fluten, Hitzewellen - Deutschland im Klimawandel
Die
Wiese
Gespräch
mit Prof. Dr. Gerhard de Haan (Institut Futur FU Berlin)
06.02.2008,
ab 8.30 Uhr
Schulprogramm:
Regenwürmer
- Der weltbeste Dünger
Die
Wiese
Kluge
Vögel - Die Kopfarbeiter
Spreewald
- Labyrinth des Wassermanns
Arme
Sau
Gift
im Angebot
|
|
12.02.2008
|
Menz
|
Regionalwerkstatt
Menz
Friedensplatz
9
16775
Stechlin OT Menz
|
8.00
- 15.00 Uhr
Programm
für Kita, Schule und Hort
19.00
Uhr
Demontage
- Ein Atomkraftwerk kommt auf den Schrott
Gespräch
mit Dr. Peter Casper (Kirchlicher Umweltkreis Menz), Manfred
Richter (Bürgermeister Stadt Rheinsberg) und Michael
Schönherr (ENW, KKW Rheinsberg)
|
|
10.03.2008
|
Neuruppin
|
Grundschule
Gildenhall
Hermsdorfer
Weg 1
16816
Neuruppin
|
9.00
Uhr
Regenwürmer
- Der weltbeste Dünger
Die
Wiese
Spreewald
- Labyrinth des Wassermanns
|
|
10.03.2008
|
Kunsterspring
|
Waldarbeitsschule
16818
Gühlen-Glienicke OT Kunsterspring
(bei
Neuruppin)
|
19.00
Uhr
Stürme,
Fluten, Hitzewellen - Deutschland im Klimawandel
Gespräch
mit NN.
|
|
11.03.2008
|
Neuruppin
|
Wilhelm
Gentz-Grundschule-Naturparkschule
Gerhard-Hauptmann-Str.
38
16816
Neuruppin
Oberstufenzentrum
Neuruppin
Altruppiner
Allee 39
16816
Neuruppin
|
8.30
Uhr
Regenwürmer
- Der weltbeste Dünger
Wartburg
- Festung der Wildnis
13.00
Uhr
|
|
14.03.2008
|
Lindow
(Mark)
|
Kirche
Hindenberg
Hindenberg
23
16835
Lindow (Mark)
|
18.00
Uhr
Das
Märchen vom gerechten Staat - Wie er uns mit Subventionen
schmiert
Arme
Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut
Gespräch
mit Reinhard Dalchow (Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche
in Berlin-Brandenburg)
Die
Oder
Teil
1: Schlesiens wilder Strom
Teil
2: Von der Neiße bis zur Ostsee
|
|
14.03.2008
|
Lindow
(Mark)
|
Grundschule
Lindow
Neue
Str. 16
16835
Lindow (Mark)
|
ab
8.30 Uhr
Regenwürmer
- Der weltbeste Dünger
Hirsche
Hände
weg von Mississippi
Bei
Anruf Hirntumor?
Kluge
Vögel - Die Werkzeugmacher
Hauptstadt
der Turmfalken
Schwäne
- Halbgötter in Weiß?
|
|
16.03.2008
17.03.2008
|
Fürstenberg
|
Brandenburgisches
Forstmuseum
Rathenaustr.
16
16798
Fürstenberg
|
16.03.2008,
16.00 Uhr
Hände
weg von Mississippi
17.03.2008,
19.00 Uhr
Der
Kühlschrank
Stürme,
Fluten, Hitzewellen - Deutschland im Klimawandel
Volksgenerator
Ölalarm
in Westsibirien
Gespräch
mit Dr. Nicolai Schaaf (Projektleiter Klimawandel und
Biodiversität, NABU-Bundesverband)
|
Die 3. Ökofilmtour 2008 geht langsam zu Ende. Die Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung findet am 09.04.08 um 19 Uhr im Filmmuseum Potsdam statt. Die Einladungskarte können Sie sich hier als PDF herunterladen.
Filmemacher zum Anfassen
Preisverleihung des 3. Festivals für Natur- und Umweltfilme „ökofilmtour 2008“
Nach drei Monaten des „längsten Filmfestivals Deutschlands“, wie es der RBB betitelte, in 55 Orten Brandenburgs wird am Mittwoch, dem 9. April 2008, im Filmmuseum Potsdam, Marstall am Lustgarten, Breite Strasse 1 A, um 19 Uhr, die festliche Abschlussveranstaltung stattfinden. Der Schirmherr Dietmar Woidke, Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg und der Oberbürgermeister Potsdams, Jann Jakobs, zeichnen fünf Filmemacher aus. Die Spannung, wer es sein wird, richtet sich in diesem Jahr auf 40 nominierte Filme.
Am 16. Januar wurde dieses Festival im Potsdamer Filmmuseum eröffnet und erstreckte sich bis zum Finale fast über ein Vierteljahr. Für diese Tournee gibt es eine traditionsreiche Vorgeschichte. 15 Jahre lang hatte nämlich der Potsdamer Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz, selbst von Filmemachern und Fernsehjournalisten gegründet, die Preisträgerfilme des Internationalen Festivals für Umwelt- und Naturfilme Freiburg durch Berlin und Brandenburg organisiert. 2005 musste die so genannte „Umwelthauptstadt“ Deutschlands nach 21 Jahren ihr Festival einstellen. So wurde 2006 das eigene Festival „ökofilmtour“ gegründet, auch um das langjährige Netzwerk der Brandenburger Umwelt- und Naturschutzvereine für diese Filme zu erhalten.
Filmemacher aus ganz Deutschland und den Nachbarstaaten wussten es seither zu danken, dass das Brandenburger Umweltministerium, die Landeszentrale für politische Bildung, die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und weitere Förderer und Sponsoren dieses bundesweit einzigartige Filmfest neuester Produktionen weiterhin ermöglichten. Durch die anschließenden Zuschauergespräche mit Experten, Filmemachern und Politikern wurde es gleichzeitig zu einem Projekt der lebenslangen Umweltbildung für bürgerschaftliches Denken und Handeln, das natürlich mit den Jüngsten beginnt.
Die Inhalte der Filme sind Themen, die schließlich unser aller Zukunft bestimmen: Aspekte der Mobilitäts-, Gesundheits- und Konsumerziehung, Risiken der Genforschung, Atomausstieg und Friedenspädagogik oder der so wichtige Natur- und Artenschutz. So hatte auch die bundesweite Ausschreibung bei Filmemachern, ihren Produktions- und Verleihfirmen, den öffentlich-rechtlichen Fernsehstationen von ARD und ZDF mit 85 eingereichten Streifen großen Zuspruch. 40 Beiträge wurden für den Wettbewerb nominiert.
Die Festivalorganisatoren sorgten dafür, dass diesmal den Schulen der Festivalorte allein 20 Filme, also der gleiche Umfang wie in den Abendveranstaltungen angeboten wurde. Mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport sollen diese und weitere Filme nach dem Festival den Schulen aller Orte des Landes als „Brandenburger ÖKO-Kinderkino“ durch den Förderverein FÖN z.B. für Projekttage und Ganztagsschulen zur Verfügung stehen. Ein entsprechender Katalog wird für das neue Schuljahr vorbereitet.
Lang ist auch die Strecke, die mit mobiler Vorführtechnik von den Veranstaltern bis in kleinste Orte im Land zurückgelegt wurde. Wollte man alle Filme hintereinanderweg zeigen, käme wohl eine 40 Stundenwoche zusammen. Diese Wettbewerbsfilme mobilisieren gegen die Bequemlichkeit, erklären aber auch viele unbequeme Zusammenhänge und sprechen gleichzeitig das Nachdenken und tiefe Gefühle ihrer Zuschauer an. Neben opulenten Bildern bewahrenswerter Landschaften steht oftmals die für viele „schwer verträgliche Kost“ von noch ungelösten Zukunftsfragen und Problemen.
„Dass Menschen die Augen bisweilen gerne verschließen, wenn es um derart brisante Themen ihrer eigenen Existenz geht“, darauf weist Ernst-Alfred Müller, der Leiter der „ökofilmtour“ hin, „Filme, die Machenschaften der Großkonzerne hier und in der globalisierten Welt anprangern, haben bisweilen wenig Zuschauer. Ein Zeichen der Hilflosigkeit, die uns angesichts übermächtiger Profiteure von Hunger und Armut in der Welt befällt, aber auch der vermeintlichen Machtlosigkeit gegenüber Ungerechtigkeiten im eigenen Erleben. Genau dort setzen unsere Gesprächspartner mit Vorschlägen an, die Mut machen sollen.“ So müsste sich heute jeder Einzelne seiner Möglichkeiten für die Bewahrung von Natur und Umwelt bewusst sein: für die Klimawende, die Senkung von CO2, das Energiesparen oder die Zivilcourage jedes Einzelnen gegen unverantwortliche Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen.
„Wir wollen uns mit dem Festival dafür einsetzen, dass diese Filme wieder in die Hauptsendezeit, zumindest des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, kommen. Das ist auch der Versorgungsauftrag, für den die Pflichtgebühren entrichtet werden“, so der Festivalleiter. „Viele Programm-Verantwortliche erfahren erst durch uns und überhaupt durch den Wettbewerb des Festivals, welche ausgezeichneten Leistungen es gibt.“
Die Zuschauer hatten wie im vorigen Jahr wieder die Möglichkeit, selbst Jury zu sein und auf den bereit liegenden blauen Tippscheinen Ihre Meinung zu den Filmen zu bekunden. Eine kleine Mühe, für die in der Abschlussveranstaltung wieder ein digitaler Fotoapparat verlost wird. Voriges Jahr erhielt ihn eine Potsdamer Schülerin, ihren ersten eigenen Fotoapparat. Das Festival gewann Jahr für Jahr deutlich mehr an Zuspruch. In den mehr als 200 Filmveranstaltungen und Foren erreichte die „ökofilmtour“ in diesem Jahr ca. 7.000 Zuschauer, davon rund 4.500 Kinder und Jugendliche in 65 Schulen des Landes.
Der Fachjury mit ihrer Sprecherin Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages, gehörten weiterhin die Medienwissenschaftlerin Judith Bauer, die Filmemacher Rolf Losansky, Spielfilmregisseur, und Dr. Hans-Rainer Mihan, Dramaturg und Kinderfilmautor, sowie Dr. Detlef Knuth, Direktor des Naturkundemuseums, Potsdam, an. Der im Land Brandenburg ansässige Bildhauer Gerhard Rommel gestaltete wieder die Medaillen für alle Preisträger. Zwei der vier Hauptpreise sind mit je 5000 € dotiert: Für den besten Naturfilm durch den Naturschutzfonds Brandenburg, und den Preis der Stadt Potsdam für die beste künstlerische Leistung von der Jugend-, Kultur-, Sport- und Sozialstiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam.
Wenn sich Mittwoch die Teilnehmer des dritten Festivals abends im Potsdamer Filmmuseum treffen, ist jeder Interessierte eingeladen und der Eintritt natürlich frei. Anders als bei den großen Filmfestivals gibt es keinen roten oder hier vielleicht grünen Teppich oder einen Sicherheitszaun, der die Filmemacher von ihrem Publikum trennt. Im Gegenteil, wenn die Siegerehrung vorbei ist, sind im Foyer nicht nur Fingerfood und Getränke, sondern auch die Filmemacher zum Anfassen mit dabei. Nach dem Festival ist vor dem Festival. Vorschläge für die „ökofilmtour 2009“ sind im Ausklingen des Abends ebenso gefragt wie die Bereitschaft, im nächsten Jahr wieder mitzumachen.
[Quelle: www.oekofilmtour.de]
|